Als IT-Experte in die Selbstständigkeit - aber wie?
Eine kleine Anleitung für Mutige

Selbstständigen schreibt kein Chef etwas vor, sie suchen sich Arbeitszeiten und -orte frei aus und bringen oft mehr mit nach Hause als ihre festangestellten Kollegen. So weit so wahr, so weit so klischeebehaftet. Wahr ist aber auch: Das Freelancer-Dasein beinhaltet jede Menge Papierkram, Organisation und vor allem viel Eigenverantwortung. Erfolg hängt von individuellen Skills, Durchsetzungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft ab, dazu kommen teils lange Projektlaufzeiten mit anspruchsvollen Kunden. Ist nicht für jeden was – kann sich aber lohnen. dcaps.io beantwortet einige Fragen zum Weg in die Selbstständigkeit.

Welche Vorteile hat die Selbstständigkeit?

Ein fähiger IT-Experte ist begehrt und hat aktuell auf dem Arbeitsmarkt keine Probleme, eine Festanstellung zu finden. Trotzdem ist das Dasein als Selbstständiger attraktiv: Die verschiedenen Auftraggeber ermöglichen ein breites und abwechslungsreiches Arbeitsfeld mit teils hervorragenden Verdienstmöglichkeiten. Immer neue Aufgaben und Technologien sorgen für Spannung und kreative Impulse im Arbeitsalltag. In vielen IT-Bereichen ist die Nachfrage nach Spezialisten groß, fähige IT-Experten können sich die interessantesten und lukrativsten Projekte aussuchen. Auch für junge Eltern kann die Arbeit auf selbstständiger Basis daher eine interessante Alternative zu Teil- oder klassischer Elternzeit sein: Bei kluger strategischer Projektauswahl wechseln sich die Arbeitszeiten mit der Familienzeit ab.

Wie werde ich zum Freiberufler?

Ein Selbstständiger, der Dienstleistungen anbietet, ist Freiberufler – klingt logisch und einfach. Dennoch legt das Finanzamt mit der formalen Anmeldung zur steuerlichen Erfassung einige Steine in den Weg. Das Finanzamt unterscheidet verschiedene Gründungsformen und verlangt die Angabe von voraussichtlichen Einkünften und Steuern. Die Anerkennung der freiberuflichen Tätigkeit anhand der Liste mit den freien Berufen hängt vom Einzelfall ab. Gewährt das Finanzamt den Status als Freiberufler, ist kein Gewerbeschein notwendig, auch der buchhalterische Aufwand hält sich in Grenzen: Freiberufler reichen lediglich bei der jährlichen Steuererklärung eine Einnahme-Überschuss-Rechnung ein. Bis zur Freigrenze von 17.500 Euro Vorjahresumsatz entfällt bei den sogenannten Kleinunternehmern auch die Umsatzsteuer. Viele IT-Experten erzielen diesen Umsatz aber bereits in etwa zwei Monaten und selbst Young Professionals mit wenig Berufserfahrung werden zumindest innerhalb eines Quartals schnell jene Freigrenze reißen. Wird der Freiberuflerstatus nicht gewünscht oder anerkannt, empfiehlt sich der Gang zum Steuerberater. Dann sind alternative Gründungsformen wie beispielsweise die einer Ein-Personen-GmbH möglich. Generell ist die Unterstützung durch einen Steuerfachmann in der Regel gut angelegtes Kapital, dass nicht nur bares Geld, sondern auch Zeit und Nerven spart.

Weiterführende Links:

http://www.gruendungswerkstatt-deutschland.de/

https://www.vgsd.de/

Bin ich als Freelancer weiterhin automatisch krankenversichert?

Nein, ein Antrag für eine freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse ist möglich, wobei sich die Beiträge am erwirtschafteten Einkommen orientieren. Selbstständige entscheiden sich daher häufig für den Wechsel in eine private Krankenkasse, die unabhängig vom Einkommen kostet. Diese Entscheidung ist allerdings nicht rückgängig zu machen, es sei denn, der Freiberufler kehrt ins Angestelltenverhältnis zurück. Auch für die Altersversorgung, Haftpflicht-, Unfall-, Berufsunfähigkeitsversicherungen etc. ist jeder Selbstständige selbst verantwortlich. Die Kosten dafür orientieren sich dort ebenfalls häufig am Einkommen. Vor Beginn der Selbstständigkeit ist es daher sinnvoll, die bisherige Krankenkasse, das Arbeitsamt und die wichtigsten Verbände (Industrie- und Handelskammer, Berufsgenossenschaft) zu kontaktieren und alle wichtigen Informationen zu sammeln. Auch hier ist häufig der Steuerberater behilflich.

Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

Einschlägige Zertifikate, Studienabschlüsse in Informatik oder eine vergleichbare Ausbildung erleichtern die Honorarverhandlung (Stundensätze in der IT-Branche) und helfen im direkten Wettbewerb mit Konkurrenten. Hier punktet aber auch der Autodidakt, Quereinsteiger oder Studienabbrecher mit fundierten Kenntnissen, guten Kontakten und vor allem Skills. Erfolgreiche IT-Experten sind technisch auf dem neuesten Stand – Weiterbildungen auf eigene Faust, beispielsweise auf Kongressen, in Schulungen oder User-Groups sind eine sinnvolle Investition in den eigenen Marktwert. Gute Englischkenntnisse sind Pflicht.

Wie organisiere ich mich?

Wer sein eigener Chef ist, muss sich gut im Griff haben. Fähige und etablierte Experten haben viele Freiheiten. Der Weg dorthin führt aber durch Kundenaquise, Eigenmarketing und Netzwerke. Kommunikations- und Teamfähigkeit ist daher auch bei Einzelkämpfern wichtig. Im direkten Kundenkontakt, bei gemeinsamer Projektarbeit in Arbeitsgruppen und bei der Zusammenarbeit mit branchenübergreifenden Fachleuten ist Fingerspitzengefühl, Zuverlässigkeit und professionelles Auftreten gefragt. Wer das nicht an den Tag legt, wird sich schneller als gedacht, ein neues Projekt suchen müssen. Diverse Tools für das eigene Projekt- und Aufgabenmanagement erleichtern strukturiertes Arbeiten ungemein. Unser persönlicher Tipp: Bereits die Basis-Variante von Trello bietet alles, was das Freiberufler-Herz begehrt; egal ob due-dates, Kalender, Checklisten oder kollaboratives Arbeiten.

Wie sieht mein Arbeitsalltag als selbstständiger IT-Experte aus?

Auch wenn das eingangs beschriebene Klischee von der großen Freiheit teils stimmt, hat der Berufsalltag eines selbstständigen IT-Experten oft erstaunlich viele klassische Komponenten. Remote-Projekte sind rar, oft erwarten die Kunden Vor-Ort-Verfügbarkeit mit den branchenüblichen Kernarbeitszeiten. Die Projektlaufzeiten variieren von einigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten – das bedeutet unter Umständen: Pendeln. Wer lieber in der Heimatregion bleiben möchte, bewirbt sich auf dcaps.io direkt auf ein Projekt in der Nähe.

Wie mache ich auf mich aufmerksam?

Eine große Anzahl der berufserfahrenen IT-Experten muss tatsächlich gar nicht auf sich aufmerksam machen, sondern kann sich selbst mit einem unrühmlichen eigenen Online-Auftritt vor Anfragen kaum retten.

Wer allerdings noch nicht das Glück hat, bereits über ein umfangreiches Netzwerk und einen über Jahre gepflegten guten Ruf in der Branche oder gar als Konferenz-Speaker zu haben, der muss sich selbst um die Vermarktung kümmern. Ein professioneller, SEO-optimierter Internetauftritt mit kurzer Vita, relevanten und aktuellen Skills, angebotenen Dienstleistungen und einem übersichtlichen aber beeindruckenden Portfolio (etwa bei XING oder LinkedIn) erleichtert die Kundenaquise. Auch klassische Projektplattformen, bei der IT-Experten an ausgeschriebene Projekte vermittelt werden, sind ein bewährtes Tool. Hier punkten nachweislich vor allem die berufserfahrenen Konkurrenten. In den letzten Jahren ist die Nachfrage stark gestiegen und wird absehbar weiter steigen, so dass selbst Einsteiger mit wenig Berufserfahrung innerhalb kürzester Zeit ein Projekt finden. Noch einfacher gelingt dies über die Metasuche auf dcaps.io: Hier haben Freelancer sämtliche IT-Projekte einer ständig wachsenden Zahl von Anbietern auf einen Blick und können sich aktiv und selbstbestimmt ihr Wunschprojekt auswählen und direkt darauf bewerben.  

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